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CATUS-Monatskommentar: Nachhaltige Zukunftstechniken werden die kommenden Jahre beherrschen

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Wer die Entwicklung auf dem Energie- und Mobilitätssektor verfolgt, für den ist schon lange klar, dass der Verbrennungsmotor, sei es Benziner oder Diesel, ein Auslaufmodell ist. Seine Tage sind gezählt. Nur: Wie lange zählen wir noch? Aus Frankreich und Großbritannien drang dieses Jahr die Absicht herüber, dass spätestens ab 2040 – in 23 Jahren also – keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden sollen. In Deutschland forderten die Grünen ein Verbot ab 2030 und handelten sich damit gleich den von konservativer Seite geäußerten Verdacht ein, mit dieser Obergrenze „die Axt an die Wurzel unseres Wohlstands“ legen zu wollen. Dann platzte, sozusagen mitten hinein ins Politgeplänkel, ein Mann namens Richard Randoll, besser gesagt, ein Bericht über die Ergebnisse seiner Doktorarbeit. Und wenn diese Ergebnisse stimmen, wird sich das ganze Geplänkel als Makulatur erweisen. Denn alles kommt viel früher, wie von selbst.

Auf den Punkt gebracht soll es nur noch knapp neun Jahre dauern, bis im Sommer 2026 (!) die gesamte Weltproduktion von etwa 100 Millionen Neuwagen rein aus Elektrofahrzeugen besteht. Und das Ganze nachdem gerade mal im Jahr 2022 E-Autos mit einem erstmals signifikanten Marktanteil von zehn Prozent den Durchbruch geschafft haben! Von 10 auf 100 Prozent in vier Jahren! Wie kommt der Mann darauf? Nun, durch Zählen, Mathematik und Rechnen. Randoll hat für seine Promotion die weltweiten Verkaufszahlen von reinen Batterie-Elektrofahrzeugen ausgewertet. Sie sind seit 2011 messbar, als mit dem Nissan Leaf das erste E-Auto in Großserie ging. Seitdem verdoppelt sich alle 15 Monate die Zahl der verkauften batteriebetriebenen Autos. Auf einer logarithmischen Skala kann man deren Werte für kommende Jahre ablesen – und 2026 sind die 100 Millionen erreicht.

Sonnige Aussichten

Irrt der Mann sich? Oder ist alles nur ein Zufall? Randoll ist sich seiner Sache sicher: Die Erfahrung zeige, dass ein Technologiewandel genauso lang dauere, wie die Lebensdauer des alten Produkts. Bei Verbrennungsfahrzeugen rechne man mit einer mittleren Lebensdauer von 15 Jahren. Nehme man wieder den Marktstart des Leafs, also das Jahr 2011, sei im Jahr 2026 der Technologiewandel zum E-Auto vollzogen. Darüber hinaus gebe es jede Menge Beispiele aus anderen Branchen: von der Dampflok zur Elektrolok, vom Röhrenbildschirm zum Flachbildschirm, von der Analog- zur Digitalfotografie, von der Glühbirne zur LED – um nur einige zu nennen. Parallel zur Mobilitätswende laufe gerade die weltweite Energiewende im Strom- und Heizungssektor. Dort geht das meiste im Übrigen auch viel schneller als erwartet.

Vor fünf Jahren sagte die Internationale Energie-Agentur (IAE) einen ständig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien voraus: In den Jahren 2031 bis 2035 würden weltweit jährlich knapp 170 Gigawatt ans Netz gehen. Die Menge war richtig, nur die Jahresangaben stimmten nicht: Die Marke von 170 Gigawatt wurde schon 2016 erreicht. Bereits im vergangenen Jahr liefen zwei Drittel aller neu installierten Kraftwerke mit erneuerbarer Energie, vor allem von der Sonne gespeist. „Was wir erleben, ist die Geburt einer neuen Ära der Photovoltaik“, sagt IAE-Chef Fatih Birol. Keine Öko-Technologie werde in den nächsten Jahren so stark wachsen wie die Sonnenenergie. Sonnige Aussichten also für unsere ViaVerde-Depots sowohl in der Fonds- als auch in der Sparplan-Vermögensverwaltung, die sich schon das ganze Jahr sehr erfreulich entwickeln, aber im September einen besonderen Schub erlebten.

Weitblick und Geduld

Den wiederum hatten sie einem Kursprung darin enthaltener Fonds zu verdanken, die sehr stark in die Themen E-Autos und Batterien und damit asiatische Märkte gewichten. Womit wir mitten in China angekommen sind. Die Regierung in Peking hält nicht nur an ihren Quoten für E-Autos fest, die für Stromer schon ab 2020 einen Marktanteil von mindestens 12 Prozent vorschreiben, nein: Mittlerweile ist in China von einem kompletten Verbot für Verbrennungsmotoren die Rede. Und während in Deutschland die mächtige Autolobby gegen ähnliche Initiativen lautstark protestierte, preschte der chinesische E-Auto- und Batteriehersteller BYD sofort mit einer Petition an Peking vor, Verbrennungsmotoren doch bitte schon ab 2030 zu verbieten! Kein Wunder also, dass in diesem Umfeld die Kurse nachhaltiger Geldanlagen steigen und unsere ViaVerde-Depots erheblich davon profitieren.

Und dieser Trend wird anhalten, denn E-Mobilität und erneuerbare Energien, speziell Sonnenenergie, bleiben die beherrschenden Themen der kommenden Jahre. Wir vertrauen in unseren ViaVerde-Depots schon immer auf nachhaltige Zukunftstechniken und erleben nun, dass Weitblick und Geduld sich mittel- und langfristig auszahlen.
Bleibt die Frage: Quo vadis, deutsche Automobilindustrie? Ist sie für die anstehenden Umbrüche gerüstet, die womöglich viel schneller kommen, als wir noch vor kurzem angenommen haben? Oder wird sie von den Ereignissen überrollt werden, weil andere Anbieter schneller und besser sind? Und welche Politik legt eher die Axt an die Wurzel unseres Wohlstands, eine beschwichtigende à la „macht weiter so wie bisher, wir tun euch nichts“ oder eine fordernde, die durch Anreize und Vorgaben zum Mithalten im technologischen Umbruch zwingt? Immerhin: Auf Ahnungslosigkeit und Unwissen wird sich in der deutschen Automobilindustrie niemand herausreden können, denn Richard Randoll hat seine Doktorarbeit in Zusammenarbeit mit Daimler Benz vorgelegt.

Ernst Rudolf
Vorstand CATUS AG