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CATUS-Wochenbericht: Quo vadis Geldpolitik und Zinsen?

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Gestern tagte der Rat der Europäischen Zentralbank, was die Teilnehmer des Kapitalmarkts aufmerksam verfolgten. Schon vor zwei Wochen, anlässlich des Treffens der Währungshüter aus aller Welt in Jackson Hole, hatte man von Mario Draghi Hinweise zur Entwicklung des Umfangs des Anleihekaufprogramms der EZB erwartet – vergeblich. Und auch gestern ließ sich der EZB-Präsident keine Aussagen zum Thema entlocken. Stattdessen verwies er auf das EZB-Meeting im Oktober: Dann soll ein Großteil der anstehenden Entscheidungen getroffen werden.

Das heißt, das Kaufprogramm läuft gemäß der bisherigen Beschlüsse im Umfang von 60 Milliarden Euro monatlich mindestens bis zum Jahresende 2017 weiter. Wir vermuten, dass man danach (im Jahresverlauf 2018) die monatliche Kaufsumme in vorsichtigen Schritten reduziert (Tapering). So lange werden die Leitzinsen im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent bleiben, denn das Erhöhen der Zinsen kommt erst nach dem Ende der Anleihekäufe in Betracht.

Die EZB erkauft den Staaten Zeit – sie verstreicht weitgehend ungenutzt

Lassen Sie uns in Erinnerung rufen, welchem Zweck das gigantische Anleihekaufprogramm der EZB eigentlich dient. Zunächst sollte es über tiefe Kreditzinsen die Kreditvergabe im gesamten Euroraum ausweiten und so die Konjunktur anschieben. Mario Draghi und seine Kollegen reklamieren im Sinne des Wirtschaftswachstums vehement den durchschlagenden Erfolg ihrer Maßnahmen. Ohne Zweifel sehen wir aktuell im Euroraum eine nahezu synchrone Aufwärtsbewegung der Konjunktur, die sich zudem als robust und nachhaltig erweist. Eine eindeutige und quantifizierbare Antwort auf die Frage, welcher Anteil daran der EZB-Politik zuzurechnen ist, wird es aber vermutlich nie geben.

Unbestritten ist, dass die Niedrigzinspolitik der Notenbank die Zinsausgaben der einzelnen Länder im Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt kräftig gesenkt hat, was die nachfolgende Grafik illustriert.

Die Grafik zeigt die Zinsausgaben einzelner Länder im Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt.

So hat die EZB die Staatshaushalte auf der Zinsausgabenseite massiv entlastet. Leider nutzen die Staaten (Ausnahmen sind Deutschland und Irland) diesen Vorteil nicht, um ihre Schuldenquote spürbar zu reduzieren.

Die Grafik zeigt die Staatsverschuldung einzelner Länder in Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts.

Ein Zinsanstieg ab 2019 wird das Thema überbordende Staatschulden und Schuldentragfähigkeit wieder stärker ins Bewusstsein der Anleger rücken.

Der DAX profitiert von der Erholung der Autoaktien

In der zurückliegenden Woche setzte der DAX den Erholungskurs der zweiten Hälfte der Vorwoche unter Schwankungen fort. Steigende Kurse der Automobilwerte erzeugten Rückenwind. Im Vorfeld der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt sorgten gute Absatzzahlen in China und eine gewisse Sättigung des Interesses für das Thema Dieselskandal für bessere Stimmung.

Die Grafik zeigt den Kursverlauf des DAX (oliv) sowie der Aktien von Daimler AG (rot), BMW (blau) und Volkswagen (orange) seit Beginn dieses Jahres.
Index Wochentief Wochenhoch Kurs aktuell (16:10 Uhr)
DAX 12.050 12.360 12.310
Euro Stoxx 50 3.401 3.468 3.450
S&P 500 2.488 2.480 2.463
Nikkei 225 19.240 19.610 19.274