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CATUS-Wochenbericht: Solide Fundamentaldaten versus monetäre Sorgen

Das uns Deutschen so vertraute Wort „Angst“ geht an den Kapitalmärkten immer noch um. Angst wovor eigentlich? Angst ist oft ein diffuses Gefühl, nicht genau bestimmbar, unterschwellig da, mal verdrängt, aber (vor allem in Deutschland) nie wirklich weg.

Um zu einer möglichst realistischen Einschätzung zu kommen, ist es neben dem Betrachten der fundamentalen Daten wichtig, die monetäre und emotionale Situation an den Märkten zu beleuchten. Die folgende Gegenüberstellung von Contra und Pro soll zeigen, was aktuell an den Märkten schlecht und was gut läuft, was eher gegen und was eindeutig für die Anlage von Geld in Aktien spricht.

Was geschieht aktuell an den Märkten?

Contra
• Auflösung kreditfinanzierter Wertpapierkäufe: Nach den seit Jahresbeginn deutlichen Kursrückgängen sind die Lombardkredite oft untersichert. Wenn Investoren keine Nachschüsse leisten können, müssen zwingend Wertpapiere verkauft werden. So entsteht an den Märkten weiterer Abgabedruck. Vor allem in Amerika sind kreditfinanzierte Wertpapierkäufe weit verbreitet. Seit im Mai 2015 das Kreditvolumen toppte, gibt es bereits erhebliche Rückgänge des Volumens. Weitere Auflösungen dieser Kredite sind nicht auszuschließen.
• Große Staatsfonds müssen Wertpapiere (und andere Assets) verkaufen, um die Lücken der Staatshaushalte zu schließen.
• Der tiefe Ölpreis gilt aktuell als Indiz für eine schwache Weltkonjunktur. Das ist sachlich falsch, denn der Ölpreisrückgang liegt hauptsächlich an einem Überangebot und nicht an einer Nachfrageschwäche. Der weltweite Verbrauch ist stabil.
• Die US-Notenbank hat in den vergangenen 20 Monaten keine besonders glückliche Figur abgegeben. Die Zinserhöhung im Dezember 2015 kam auf den letzten Drücker. Hat die US-Konjunktur ihren Zenit bereits überschritten? Es wird der Fed nicht leicht fallen, verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen.
• Die Unterstützungsmarken beim S&P 500 vom August und September 2015 (in den dortigen Marktturbulenzen) wurden zur Stunde nach unten gebrochen (noch nicht auf Schlusskursbasis).

Pro
• Europäische Aktien sind fair bis günstig bewertet. Aktuell bieten sich langfristig gute Einstiegschancen.
• Nullzinsen sind keine Anlagealternative. Auch aus diesem Blickwinkel spricht vieles für Aktien.
• Die europäische Notenbank wird durch die anhaltende Desinflation (um nicht Deflation zu sagen) zu weiteren Lockerungsmaßnahmen „gedrängt“.
• Der tiefe Ölpreis wirkt wie ein großes globales Konjunkturprogramm. Der Konsum ist momentan der Haupttreiber der Weltkonjunktur.
• Eine Stabilisierung mit nachfolgendem Anstieg des Ölpreises wird die Aktienmärkte (zumindest kurzfristig) nach oben schieben.

Fazit: Pro und Contra stehen sich gegenüber. Der Kampf der Fundamentalisten einerseits gegen die Markttechniker und monetären Betrachter andererseits tobt. Wir sind jeden Tag für Sie am Ball und stehen dabei mit unseren Kollegen in engem Kontakt.

Index Wochentief Wochenhoch Kurs aktuell (19:00 Uhr)
DAX 9.415 10.162 9.468
Euro Stoxx 50 2.920 3.122 2.926
S&P 500 1.858 1.950 1.869
Nikkei 225 16.953 17.712 17.147